Die Schönbuch-Bräu trotzt dem bundesweiten Trend und verkauft auch im ersten Halbjahr 2010 mehr Gerstensaft
Während viele kleine und einige Großbrauereien in den vergangenen Jahren in Deutschland aufgeben mussten, behauptet sich die Böblinger Schönbuch Bräu erfolgreich am Markt. Ein entscheidender Grund dafür ist die Qualität der Biere, die regelmäßig ausgezeichnet werden. Die Qualität wird gewährleistet durch die Verwendung bester Zutaten und die handwerkliche Kunst der Braumeister.
Seit 1823 besteht die Braumanufaktur Schönbuch Bräu in Böblingen. „Wir sind ein Betrieb mit großer Tradition, mit 186 Jahren Geschichte das älteste Unternehmen in Böblingen. In unseren Familien liegt das Bierbrauen einfach im Blut“, sagt Götz Habisreitinger (links im Bild), gemeinsam mit Werner Dinkelaker (rechts) Geschäftsführer der Schönbuch Bräu.
Seit je her wird in der Braumanufaktur Schönbuch Bräu sehr viel Wert auf die handwerkliche Braukunst gelegt. „Wir haben die Brauerei in den vergangenen vier Jahren komplett modernisiert und technisch auf den neuesten Stand gebracht.
Noch wichtiger sind aber die Mitarbeiter. Deren Können ist entscheidend für die hohe Qualität unserer Bierspezialitäten“, sagt Dinkelaker. Moderne Technik paart sich also mit handwerklicher Tradition, ganz wie es in einer Manufaktur heutiger Definition der Fall ist. Als Manufaktur gilt ein handwerklicher Betrieb, der Produkte hoher Qualität herstellt.
Keine Fabrikbiere
„Wir produzieren keine Fabrik- oder Fernsehbiere“, erläutert Dinkelaker. Bei der Schönbuch Bräu werden die einzelnen Sude nicht etwa miteinander vermischt, im Gegenteil: Jeder Sud ist die Basis für eine Charge Bier, er wird in einem eigenen Lagertank eingebracht und reift dort bis zur Abfüllung in Flaschen oder Fässer. „Jeder Sud ist praktisch ein eigenständiges Bier und hat damit eine eigenständige Note, die sich in Nuancen unterscheidet.“ Bei großen Brauereien werden hingegen viele Sude in einem Lagertank homogenisiert.
Die Schönbuch Bräu legt bewusst Wert auf einen eigenen Fuhrpark, auf eine eigene Logistik. Somit ist garantiert, dass das Bier frisch und zeitnah bei den Kunden angeliefert wird und nicht etwa in einer Halle oder in einem Hof lagert, ehe es befördert wird.
Persönlicher Kontakt
„Der persönliche Kontakt zu unseren Partnern ist uns wichtig. Durch unsere eigene Logistik garantieren wir kurze Wege“, sagt Dinkelaker.
Beim Brauereifest, das von Freitag, 16. Juli, bis zum Sonntag, 18. Juli stattfand, konnten sich die Besucher ein Bild von der Bierproduktion in Böblingen machen. Der Freitag stand bei freiem Eintritt im Zeichen gepflegter Rockmusik mit der Gruppe „Extra live“.
Samstags lud ein großer Kunsthandwerkermarkt mit 40 Ständen zu einem Bummel über das Brauereigelände ein. Angeboten wurden hochwertige Waren, teilweise wurde deren Herstellung vor Ort demonstriert. Ab 15 Uhr gab es zudem Livemusik.
Der Sonntag stand unter dem Motto „gläserne Produktion“. Ab 11 Uhr und bis 18 Uhr konnte die Brauerei besichtigt werden, die Mitarbeiter der Schönbuch Bräu standen in den einzelnen Abteilungen für Fragen zur Verfügung. „Diesen Tag gestalteten wir gemeinsam mit dem Plenum Heckengäu“, erläutert Dinkelaker. Ein Marktplatz der Regionen rundete das Angebot ab, dort gab es zahlreiche Stände mit heimischen Produkten, dazu gehörte beispielsweise der Kreisapfelsaft oder ein Stand der Bäckerei Frech. „Durch die gläserne Produktion erhielten unsere Gäste einen genauen und nachvollziehbaren Einblick in unsere Bierherstellung“, sagt Dinkelaker. Für die Bewirtung war Thomas Heiling, Chef des Böblinger Restaurants Paladion, zuständig.
Thomas Oberdorfer